Broken Heart Syndrom

Stress-Kardiomyopathie 

Broken Heart Syndrom

Das Broken Heart Syndrom (deutsch „Gebrochenes-Herz-Krankheit“) ist eine Erkrankung. Eine seltene, spontan einsetzende Funktionsstörung des Herzmuskels.

Liebeskummer verursacht Stress

Man fällt sicher nicht gleich tot um, wenn der Partner oder die Partnerin geht. Dennoch steht der Körper individuell unter großem bis sehr großem Stress und das Immunsystem wird geschwächt. Das heißt wir sind anfälliger für Krankheiten. Wir fühlen uns antriebslos, schwermütig. Das kann bis hin zu Depressionen führen. Es gibt aber auch eine Krankheit, bei der es um ein „gebrochenes Herz“ geht. Ich finde, oft kann Liebeskummer als Krankheit des Herzens empfunden werden, auch wenn man am Herzen nichts feststellen kann… Bei einer Krankheit kann man das: dem Broken Heart Syndrom. Es ist also nicht immer die Zeit, die den Kummer heilt, auch wenn man einiges für sich tun kann (Liebeskummer Was tun?)

Auf dieser Seite erfahren Sie alles Wissenserte über das Broken Heart Syndrom – das Gebrochene Herz-Syndrom:

  • Was ist das?
  • Wie erkenne ich es?
  • Ist das Broken Heart Syndrom heilbar?
  • Entstehung und Entwicklung
  • Dre Unterschied zum Herzinfarkt
  • Ursachen und Diagnose

Was ist das Broken Heart Syndrom? – Das gebrochene Herz in der Medizin

In der Medizin ist das Broken Heart Syndrom (deutsch „Gebrochenes-Herz-Krankheit“ oder auch „Stress-Kardiomyopathie“) eine Erkrankung, die erstmals in den 90er Jahren als eigene Krankheit beschrieben wurde. Dabei handelt es sich um eine seltene, spontan einsetzende und oft schwerwiegende Funktionsstörung des Herzmuskels. Bei fast allen Patientinnen und Patienten, trat die Herzkrankheit direkt nach einer außerordentlichen emotionalen Belastung auf, wie beispielsweise dem Verlust eines nahestehenden Menschen, dem Ende einer Beziehung bzw. daraus erfolgendem starken Liebeskummer, einem heftigen Streit, einem Unfall oder Überfall oder gar einer Naturkatastrophe wie einem schweren Erdbeben.

Die Symptome sind fast wie bei einem Herzinfarkt – plötzlich eintretende heftige Brustschmerzen und Luftnot. Eine Unterscheidung des Broken-Heart-Syndrom zum Herzinfarkt ist nur mit einem Herzkatheter oder mit Magnetresonanztomografie (MRT) möglich. Der Unterschied zum Herzinfarkt ist beispielsweise, dass die Herzkranzgefäße nicht verstopft sind und eine Vernarbung fehlt.

Bei den meisten Patienten mit „Stress-Kardiomypathie“ ist die Prognose günstig. Das heißt, die Krankheit ist heilbar und nach einigen Wochen ist die Herzfunktion bei der Mehrzahl der Menschen mit Broken-Heart-Syndrome normalisiert.

Besonders in den ersten Stunden ist die Gefahr von ernsthaften Komplikationen allerdings hoch. Angaben über die Häufigkeit solcher Komplikationen liegen zwischen knapp 20 % bis hin zu 46 %. In der Regel bilden sich die Veränderungen am Herzmuskel innerhalb von einigen Wochen vollständig zurück. Auch das EKG ist dann meist wieder normal. Nach einer Übersicht aller Fälle aus dem Jahr 2005, liegt die Sterblichkeitsrate bei etwas über 3 %.

Woran erkenne ich das Broken Heart Syndrom? – Krankheitsbild und Diagnose

Die Symptome des Broken Heart Syndrom sind denen eines Herzinfarktes sehr ähnlich. Charakteristisch sind plötzlich beginnende heftige Brustschmerzen (Angina Pectoris) und Luftnot (Dyspnoe). In der akuten Phase ist eine Unterscheidung zum Herzinfarkt nur mit Herzkatheteruntersuchung möglich. Daher wird die Krankheit zunächst als akutes Koronarsyndrom bezeichnet und auch so behandelt.

Eine Stress-Kardiomypathie legt vor, wenn:

  • eine vorübergehende Bewegungsstörung der linken Herzkammer auftritt, die nicht dem Versorgungsgebiet eines Herzkranzgefäßes entspricht,
  • keine höhergradigen Verengungen der Herzkranzgefäße nachweisbar sind,
  • neu aufgetretene EKG-Veränderungen zu beobachten sind, ähnlich denen eines Herzinfarktes,
  • der Spiegel von Stress-Hormonen wie Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin (und Derivate) stark erhöht ist und
  • es zudem einen zeitlichen Zusammenhang mit einer vorausgegangenen Stresssituation gibt.

Kann man ein Broken Heart Syndrom heilen? – Die Therapie

Auf Grund der hohen Komplikationsrate im akuten Stadium kommen die meisten Patienten mit Broken Heart Syndrome auf die Intensivstation. Da der hohe Stress-Hormon-Spiegel als Ursache angesehen wird, wird zu einer möglichst weitgehenden Zurückhaltung bei der Zufuhr von Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin etc. geraten. Für Patienten im Schock wird eine vorsichtige Volumenzufuhr empfohlen. Außerdem können Alphablocker und, bei hämodynamisch stabilen Patienten, Betablocker sinnvoll sein.

Entstehung und Entwicklung des Broken Heart Syndrom – die Pathogenese

Entstehung und Entwicklung der Erkrankung sind noch nicht vollständig geklärt. Bei vielen Patienten mit einer Stress-Kardiomyopathie sind deutlich höhere Werte von Adrenalin, Noradrenalin, Metanephrine und Vanillinmandelsäure (Abbauprodukt von Adrenalin und Noradrenalin) gefunden worden als bei schweren Herzinfarkten. Die hohe Konzentration dieser auch als Stresshormone bezeichneten Substanzen wird unter Fachleuten als mögliche Ursache der Stress-Kardiomyopathie diskutiert. Die Konzentration ist bei Patienten mit Stress-Kardiomypathie etwa zwei- bis vierfach höher als bei Patienten mit einem Herzinfarkt. Das bedeutet, die Homonkonzentration ist 7- bis 34-fach höher als bei Menschen ohne Symptome.

Es wird vermutet, dass die stark erhöhte Konzentration der Stress-Hormone, die durch die psychische und körperlich Belastung in Zeiten des Liebeskummers hervorgerufen wird, die Aktivität des Herzmuskels so verändert, dass es zu einer Verkrampfung der Herzkranzgefäßwand oder zu einer Überladung mit Kalzium kommt. So kann es zu einer Überreizung der Herzwand kommen.

Ursache der erhöhten Konzentration der Stress-Hormone könnte nach bisherigen Erkenntnissen eine Überaktivität des autonomen Nervensystems sein, das durch die plötzliche Stresssituation zu viele Stresshormone produziert.  Und Liebeskummer ist für uns und unseren Körper immer eine Stress-Situation. Ein relativer Mangel an Östrogenen nach der Menopause trägt möglicherweise ebenfalls zur verstärkten Aktivierung der Hormon-Produktion bei.

Wie häufig kommt das Broken Heart Syndrom vor? – Epidemiologie

Bisher ist die Stress-Kardiomyopathie nur in Einzelfällen beschrieben worden. Daher kommt das Wissen über die Erkrankung und aus „Kleinst-Studien“ mit sehr wenigen Patienten. Bis Mitte 2006 sind weltweit erst etwa 700 Patienten mit einer Stress-Kardiomyopathie beschrieben worden: Etwa 400 Patienten in Japan, jeweils etwa 150 in Europa und Nordamerika und einige in Australien und Südamerika. Die Mediziner gehen daher von einer weltweiten Verbreitung aus.

Der Unterschied zum Herzinfarkt

In der Akutphase sind die EKG-Veränderungen ähnlich wie bei einem Herzinfarkt, allerdings treten häufig EKG-Ableitungen auf, die nicht nur das Versorgungsgebiet eines

Die zuverlässige Abgrenzung zum Herzinfarkt ist mit der Herzkatheter-Untersuchung möglich, denn bei der Koronarangiografie sind keine Verstopfung der Herzkranzgefäße nachweisbar.

Aussagekräftige Befunde liefert auch die Magnetresonanztomografie (MRT), die sowohl die Bewegungsstörung des Herzmuskels in guter Qualität als auch nach Gadoliniumgabe das Fehlen einer Vernarbung erkennen lässt.

Auch die zwei- bis vierfach höhere Konzentration an Stresshormonen kann einen Hinweis geben, ob ein „Broken Heart Syndrome“ oder ein Herzinfarkt vorliegt.

Woher kommt das? – Ursache des Broken Heart Syndrom

Die Ursache des „Gebrochenes-Herz-Syndrom“ ist noch ungeklärt. Da die Krankheit so selten und die Patientenzahlen sehr gering sind, werden nur sehr wenige medizinische Studien durchgeführt.

Anhand der geringen Patientenzahlen ist bislang festgestellt worden, dass in Japan 1,2 bis 2,2 %, in den USA etwa 2,2 % und in Deutschland etwa 2,5 % aller Patienten mit einem akuten Koronarsyndrom an einer Stress-Kardiomyopathie litten. Man stellte fest, dass vor die meisten Patienten ältere Frauen sind: Mehr als 90 % der beschriebenen Patienten waren Frauen, das mittlere Alter lag bei 62–75 Jahren.

Können Sie das haben?

Da die Krankheit sehr selten vorkommt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie das Broken Heart Syndrom bekommen gering. Wenn Sie eines oder gar mehrere der oben beschriebenen Symptome an sich beobachten, sollten Sie auf jeden fall Ihren Arzt aufsuchen. Nur ein Arzt kann feststellen, ob Sie daran leiden.Das können wir keinesfalls durch einen Artikel oder durchs Mails rausfinden. Es bedarf einen Besuch beim Arzt – und gern können Sie sich auch eine zweite Meinung einholen. Dann haben Sie Sicherheit, was Sie haben und ob es das „Broken Heart Syndrome“ sein kann.

Ein Tipp ist natürlich: Es tut immer gut, wenn Sie auf sich achten und den Stress gering halten. Und da haben wir was für Sie!

Kümmern Sie sich um sich!

Wir haben auf diesen Seiten einige Tipps zusammengestellt, mit denen Sie das tun können:

Und das geht auch mit guter Ernährung. Gönnen Sie sich mal was mit unseren Liebeskummer Rezepten. Geht recht einfach und macht Spaß! Von Rinderfilet mit Glasnudeln bis Buddha-Kekse. Da ist für jeden was dabei. Und es tut Ihnen gut! Garantiert!

Quellen:

  • Donohue D, Movahed MR: Clinical characteristics, demographics and prognosis of transient left ventricular apical ballooning syndrome. Heart Fail Rev (2005) 10:311-316.
  • Sato, M. et al: Increased incidence of transient left ventricular apical ballooning (so-called ;takotsubo‘ cardiomyopathy) after the mid-niigata prefecture earthquake. Circ J. 2006 70:947-953.
  • Schneider B: Tako-Tsubo-Kardiomyopathie – was steckt dahinter?. Kardiologie up2date (2006) 2:131-136.
  • Spes C, Knape A, Mudra H: Recurrent tako-tsubo-like left ventricular dysfunction (apical ballooning) in a patient with pheochromocytoma – a case report. Clin Res Cardiol (2006) 95:307-311
  • Weil J et al.: Transiente linksventrikuläre apikale Ballonierung, Differentialdiagnose des akuten Koronarsyndroms. Intensivmed (2006) 43:213-218.



13 Responses to “Broken Heart Syndrom”

  1. Ich hatte letztes Jahr die Diagnose und War drei Tage auf der Intensiv. Was aus ihren Berichten nicht zu lesen ist. Ist es Heilbar? Bekomme ich es immer Wieder? Was kann man alles tun? Danke für weitere Informationen. Tanja Hahn

  2. Meine Mutter hat auch das broken heart Syndrom. Nach dem Tod meines Vaters passiert es immer wieder.die Ärzte dachten auch das es sich um einen Herzinfarkt handelt.kh,intensiv nach 24 std nachhause. Dann herzkatheter untersuchung. Ergebnis: kerngesund. Der Kommentar vom Hausarzt: ah!!! Sie sind raucher?ja kein wunder,da haben wir die Ursache. (Kopfschüttel)
    Irgendwann sahen wir bei visite einen beitrag über broken heart und wussten was es ist.nun nimmt sie kurz bevor der anfall kommt schnell nitrospray und es läuft dann relativ glimpflich ab

  3. Leider fehlt hier ein Satz, bzw. reisst der Satz mittendrin ab….(EKG-Absatz)

  4. Hallo, ich habe heute durch Zufall von dem Brocken Heart Syndrom gehört und mal im Internet geschaut. Seitdem Freitod meiner gerade erst 18 Jahre jungen Tochter, geht es mir immer wieder schlecht. Von Antriebslosigkeit, über ziehen im Brustkorb, wie auch ziehen bis in dem Arm und Atemnot. Klar schafft mich der Tod, aber ich muss stark für meine anderen Kinder sein, wie soll das also gehen. Ich denke ich leide unter dieser Krankheit, aber ein Krankenhausaufenthalt hat ausser einen akuten B12 Mangel nichts festgestellt,wäre halt Psychisch bedingt und ich habe Tabletten für den B12 Mangel bekommen. Ich finde die machen sich das einfach und traue mich garnicht mehr zum Arzt. Meine Frage, kann dieses Symptom tödlich enden oder vergeht es wieder von allein.

  5. Es ist nicht immer klassischer Liebeskummer. Eigentlich sollte ich wo ganz anders operiert werden, aber bei den Voruntersuchungen war das Herz auffällig. Beim Herz-Ultraschall fragte der Arzt, ob ich in letzter Zeit was schlimmes erlebt habe. Ich brauchte einen Moment, weil alles schon gut überstanden war: drei Tage vorher hatte ich meinen Mann (er war ca. 2 Std. zu spät) bewusstlos unterzuckert im Garten gefunden. Ich hatte sofort Brustschmerz und Atemnot. Als COPD-Patientin schob ich es auf meine Lungenkrankkeit, drehte das Sauerstoffgerät hoch und rief den Krankenwagen.Mein Mann war zum Glück am nächsten Tag wieder Zuhause, ohne Beschwerden. Ich konnte dann nicht operiert werden und liege jetzt auf der Kardiologie, Diagnose Broken-heart-Symdrom.

  6. Ich mache eine sehr schwere Trennung von meinen geliebten Freund durch. Obwohl ich weiß das ich daran Schuld bin komm ich nich drüber hinweg. Es nimmt mir die Luft zum atmen. Das stechen in der Brust ist so groß und ich habe einfach keinen Hunger mehr. Mein Herz ist gebrochen. Ich denke der Verlust war so groß das es für mich nur schwer zu verkraften ist. Es hört einfach nicht auf. Es schmerzt so sehr. Jedoch bin ich keine 70 oder 40 ich bin 18 Jahre. Ich weiß einfach nicht weiter.

    • Liebe Martina, wir hoffen, es geht Dir schon ein wenig besser. Und wir hoffen, dass Du auf diesen Seiten ein wenig Trost oder Tipps, die Dir helfen. Frag Deine Freunde, surf durch die Seiten, höre die Lieder an und schau auf Dich und was Dir gut tut. Natürlich braucht das immer Zeit – aber es sollte Dir auch nach und nach besser gehen… Wenn es nicht besser wird, such einen Spezialisten auf. Der kann ganz gezielt auf Dich und Deinen Kummer eingehen. Ich drücke Dir ganz fest die Daumen, dass Du Dich bald besser fühlst!

  7. Dann bin ich wohl eine Seltenheit.
    Bei mir wurde 2013 ein „Broken-Heart-Syndrom diagnostiziert, zu dem Zeitpunkt war ich 29 Jahre alt.

  8. ich wurde 2006 mit einem Druckgefühl auf der Brust und erhöhten Blutdruck in Krankenhaus eingeliefert. Verdacht auf Herzinfarkt. Herzkathederuntersuchung war ohne Befund allerdings war der Troponin-Wert leicht erhöht (0,2)Nach ihrer Krankheitsbeschreibung des gebrochenen Herzens habe ich den Verdacht dass ich auch daran erkrankt war. Würde gern wissen ob das jetzt noch festgestellt werden kann, da ich immer noch als Herzinfarktpatient behandelt werde.

    • Hallo Angelika, das ist „aus der Entfernung“ schwer zu beantworten. Sprechen Sie doch am besten mit Ihrem Arzt konkret darüber, ob es das Syndrom gewesen sein könnte. Und wenn Sie mit der Antwort nicht zufrieden sind, können sie immer auch eine zweite Meinung einholen. Wir hoffen, es geht Ihnen inzwischen wieder besser/gut!

  9. Ich liege z.Zt. in einem Cuxhavener Krankenhaus. Ich soll demnächst nach Hamburg verlegt werden, um dort eine Bypass OP über mich ergehen zu lassen. Ich habe seit Ende 2012 sehr große Probleme. Ich bin emotional stark belastet wegen der Trennung meiner Lebensgefährtin vor 20 Monaten. Seitdem leide ich schreckliche Qualen. Auch eine neue Beziehung hilft mir nicht über den Verlust hinweg. Seit 2009 ist mein Leben nur noch die Hölle. Die HerzKath.-Untersuchung ergab drei Verengungen in allen drei Abgängen. Jedoch nicht durch Ablagerungen. Laut Blutbild hatte ich wohl zwei oder mehr Infarkte. Man hat mir dann empfohlen, das Ganze per Bypass OP in Hamburg Eppendorf zu „erledigen“. Ich persönlich habe jedoch große Angst davor. Ich bin erst 44, rauche nicht, trinke nicht und nehme auch sonst keine anderen Drogen oder Medikamente, außer 40 mg Omeprazol alle zwei, drei Tage (Zwerchfellbruch). Ich weiss nicht weiter. Haben Sie einen Rat, eine Empfehlung für mich?

    Vielen Dank.

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